flaga_pl.jpg
 
 
Regeln für die Montessori-LehrerInnen:

In der Montessori -Pädagogik sind die Lehrerinnen nach den Worten von Maria Montessori "Diener der Kinder". Sie erkennen die Kinder als Persönlichkeit an. Sie beobachten die Kinder, erkennen daraus ihre Bedürfnisse und bereiten mit diesem Wissen die Umgebung für die Kinder vor. Sie sind selbst Teil der vorbereiteten Umgebung und haben eine wichtige Vorbildfunktion. Sie unterstützen die Kinder, damit sie zur konzentrierten Arbeit kommen.

Daraus ergeben sich folgende Regeln:

Dienerin der Kinder:
• Sprich mit den Kinder in allen Situationen als Dienerin höflich und ruhig, um wenig zu stören! Nutze lieber das Glöckchen als Deine laute Stimme, um für Ruhe zu sorgen!
• Beobachte erst das Tun eines Kindes, bevor Du es ansprichst und unterbrichst!
• Sprich das Kind als eine Persönlichkeit in Augenhöhe an, nimm es ernst wie einen Erwachsenen – es ist genauso viel wert wie Du! Du bist dem Kind an Reife voraus, aber nutze diese Macht nicht aus, sondern lasse Dich von Deiner natürlichen Autorität tragen!

Kinder lernen selbst und sollen unabhängig von dir werden (Freiarbeit):
• Wenn ein Kind konzentriert arbeitet, lass es möglichst weiterarbeiten, da es in diesem Moment sehr viel lernt!
• Lass die Kinder möglichst viel selbst entdecken, denn dann lernen sie am besten!
• Zeige den Kindern, dass Fehler eine Chance und kein Problem sind! Das ist für sie viel wichtiger als Lob und Tadel, das Maria Montessori ablehnt, da es abhängig vom Erwachsenen macht.
• Spiegele den Kindern ihre Gefühle! Sie dürfen sie zeigen; das heißt sie dürfen ebenso traurig oder wütend, wie glücklich und zufrieden sein. Sie sollen dabei lernen, die Gefühle wahrzunehmen und damit umzugehen! Zeige dabei Dein echtes Mitgefühl!
• Lass die Kinder ihre Konflikte selbst lösen, du kannst ihnen dabei die Situation spiegeln, sorge dabei für Fairness! Greife ein, wenn sich viele Kinder gegen ein Kind solidarisieren!
• Nimm Dich selbst zurück, denn das Kind steht mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Hole das Kind dort ab, wo es gerade steht. Fordere die Kinder heraus mit neuen Aufgaben, wenn Du den Eindruck hast, dass sie auf der Stelle bleiben und Hilfe brauchen!
• Halte möglichst unnötige Sinneserfahrungen fern, da Kinder noch sehr offene Sinne haben (z. B. Hintergrundmusik, Gespräche nebenbei)!

Unterricht/Beschäftigung
• Nutze häufig in der Beschäftigung/im Unterricht die vorhandenen Montessori Materialien als Unterstützung!
• Gehe in der Beschäftigung oder im Unterricht auf die Fragen und Wünsche der Kinder ein! Lasse dich von den Interessen der Kinder leiten!
• Nutze Medien nur, wenn es kein Material zum Anfassen gibt und der Einsatz methodisch-didaktisch sinnvoll ist. Kinder haben heutzutage zuhause genügend Kontakt zu Medien, sie brauchen andere Erfahrungen!
• Lasse immer viel Raum für Kreativität, ein weißes Blatt ist besser als ein Vordruck oder Ausmalbild – überlege, welchen didaktisch- methodischen Nutzen es hat (z. B. Mandalas um zur inneren Ruhe zu kommen). Als Hilfe können die metallenen Einsatzfiguren dienen.

Regeln und Grenzen
• Regeln und Grenzen sind wichtig für das Lernen in einer Gemeinschaft. Berate mit den Kindern über die Regeln und die Konsequenzen, wenn sie sie nicht einhalten!
• Halte selbst die Regeln ein, wie Du es von den Kindern erwartest!
• Du bist verantwortlich für die Einhaltung der Regeln, setze Grenzen in ruhigem und klaren Ton mit Respekt vor den Kindern! Sende "Ich-Botschaften" (z. B. " ich möchte, dass Du das Geländer nur zum Festhalten und nicht zum Klettern nutzt.) In kritischen Situationen reicht erst mal ein "Stopp, hört auf damit" und Du klärst später, wenn sich die Emotionen beruhigt haben. Die Konsequenzen für Regelüberschreitungen müssen den Kindern vorher klar sein.

Beobachtung
• Nimm Dir so viel Zeit wie möglich zum Beobachten der Kinder, sie brauchen Deine Aufmerksamkeit dringend, nur so kannst Du deren Interessen und Bedürfnisse erfassen und ihr Selbstwertgefühl fördern! Sie benötigen das viel eher als das Spiel mit Dir, zumal Du beim Spiel nicht so gut beobachten kannst!
• Beobachte jedes Kind jeden Tag neu mit kindlicher Neugier, Du wirst überrascht sein!
• Beobachte und reflektiere Dich ständig selbst, nutze die Chance, mit den Kindern zu lernen!

Vorbereitete Umgebung und Vorbild
• Sorge Dich mit den Kindern um die Umgebung, so dass sie immer freundlich, ästhetisch und einladend ist!
• Biete den Kindern in der Umgebung immer wieder neue Anregungen (Materialien) nach ihren Bedürfnissen an! Überlege, welche Montessori-Materialien Du selber machen kannst, wenn kein Geld da ist.
• Sei ehrlich und authentisch zu den Kindern, denn sie sollen auch zu ehrlichen Menschen werden! Sie werden Dir auch Fehler verzeihen, wenn Du sie zugibst!
• Fasse Dich während der Betreuungszeiten kurz bei Gesprächen mit Eltern oder Kolleginnen, die Kinder stehen am Tage im Vordergrund!
• Sorge in der freien Zeit gut für Dich, denn nur wer gut für sich selbst sorgt, kann das auch für andere tun und ist entspannt im Umgang mit den Kinder!